Das sogenannte "Göring-Telegramm", eines der wichtigsten Dokumente der letzten Kriegstage in Deutschland, ist für 54.675 Dollar (50.000 Euro) versteigert worden. Das vergilbte, aber sehr gut erhaltene Papier ging an einen Sammler aus Nordamerika, teilte das Auktionshaus Alexander Historical Auctions am Dienstag (7.07.2015) in Stamford bei New York mit. Details zum Käufer wurden nicht bekannt. Das Auktionshaus hatte mit 20.000 Dollar gerechnet.
Machtbesessener Reichsmarschall
Adolf Hitler hatte Hermann Göring immer als seinen Stellvertreter angesehen und das auch mit Erlassen geregelt. Göring hielt sich in Bayern auf, als er in den letzten Kriegstagen hörte, dass der in Berlin eingeschlossene Hitler ihm endgültig die Macht übertragen wollte. Also telegrafierte er ihm am 23. April 1945 und fragte in dem kurzen Schreiben, ob er die Kontrolle über Deutschland übernehmen könne. "Falls bis 2200 Uhr keine Antwort erfolgt, nehme ich an, dass Sie Ihrer Handlungsfreiheit beraubt sind". Er werde dann "selbstständig zum Wohle von Volk und Vaterland handeln", gezeichnet mit "Ihr getreuer Hermann Göring".