Die Augen als Fenster der Seele sind eine beliebte und bekannte Metapher. Fenster, die nach außen in die Welt Ausblick geben, Bild um Bild hereinlassen, und Einblick liefern von außen nach innen, es heißt doch, man lese in den Augen eines Menschen, diese gäben Aufschluß über ihn. Sie sind also Schwelle zwischen dem Innen und Außen, dem Subjekt und dem Objekt. Eindrücke lassen sie ein, und diese können, umgewandelt zu Erkenntnissen und Urteilen, wieder in den Augen zu lesen sein. Im Gedicht hat das Diminutiv Fensterlein dabei eine besondere Bedeutung. Es läßt - abgesehen davon, daß der Dichter meine lieben davor setzt - auf eine Art Zärtlichkeit und kindliche Dankbarkeit schließen über das so Beschaffene des Seins und Sehens, aber auch auf eine tiefe Trauer über die zeitliche Begrenztheit des Abbilden« und der Vergänglichkeit des einzelnen Seins, die Begrenzung durch den Tod.