In Demmin ist dieses Selbstmordphänomen besonders ausgeprägt gewesen. Das liegt auch an der geographischen Lage. Es liegt wie eine Halbinsel zwischen drei Flüssen. Nachdem die Brücken gesprengt worden waren, kam niemand mehr weg – auch die Soldaten der Roten Armee nicht, nachdem sie die Stadt am 30. April eingenommen hatten. In Demmin waren neben den Einwohnern noch tausende von Flüchtlingen aus den Ostgebieten. Die Stadt war völlig überfüllt. Alle waren eingesperrt, wie in einer Falle, auf viel zu engem Raum. Und da hat sich dann eine Gemengelage und eine Stimmung zusammengebraut, die letzten Endes vielen zum Verhängnis wurde. Aber Demmin ist kein Einzelfall geblieben.