Erste Überlegung: Das Gedicht ist 1911 entstanden, hat aber gar nichts „Expressionistisches“ an sich. Wenn man es liest, würde man eher Hugo von Hofmannsthal für den Autor halten, vielleicht auch George… Es hat etwas Erlesenes. Also: „1911 entstanden“ heißt nicht: „Es ist expressionistisch.“ Das macht uns bewusst, dass die sogenannten Epochen der Literatur nur Konstrukte sind, dass 1910-1920 nur einige wenige Leute und auch die nicht auschließlich expressionistisch gedichtet haben, Leute, die von sich und einigen anderen zur Avantgarde gezählt wurden; aber Stefan George zum Beispiel lebte und dichtete 1920 immer noch, bekam 1927 den ersten Goethepreis der Stadt Frankfurt, wurde 1928 als Dichterfürst geehrt… Die Expressionisten bildeten nur ein kleines Segment im großen Kreis der Dichter und Schriftsteller, wenn wir auch heute pauschal von der Epoche des Expressionismus sprechen. – Das Gedicht muss gefühlvoll vorgetragen werden – die beiden im Netz greifbaren Lösungen sind mir zu schnell, nicht „blau“ genug.